Das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) ist in Mitteldeutschland eine Drehscheibe der internationalen Biodiversitätsforschung. Forschungsziel und Aufgabe ist die Förderung theoriebasierter Synthese und datenorientierter Theoriebildung.
Das Synthesezentrum sDiv ist inhaltlich und physisch in iDiv integriert. Das Synthesezentrum dient der Förderung von Theorie und Synthese in den aufstrebenden Biodiversitätswissen-schaften.
Die Graduiertenschule yDiv wurde ins Leben gerufen, um eine neue Generation interdisziplinär arbeitender Biodiversitätswissenschaftler auszubilden.

Aktuelles aus unserem Forschungszentrum

Verschleppung von Arten verändert globale Biodiversitätsmuster

Die weiße Dünenschnecke (Theba pisana), ein europäischer Vertreter, der mittlerweile weltweit in gemäßigten Regionen verbreitet ist. Foto: César Capinha Die weiße Dünenschnecke (Theba pisana), ein europäischer Vertreter, der mittlerweile weltweit in gemäßigten Regionen verbreitet ist. Foto: César Capinha

Immer mehr Pflanzen- und Tierarten werden durch den Menschen in neue Gebiete eingebracht. Ein internationales Forscherteam um Henrique M. Pereira konnte nun erstmals belegen, dass die globale Verschleppung von Arten zum Zusammenbruch der ursprünglichen, über Millionen von Jahren entstandenen Verbreitungsmuster führt – und damit zu einer zunehmenden Homogenisierung der Ökosysteme. Die Studie ist in der Fachzeitschrift Science erschienen.

 

Dieser Studie vorausgegangen waren Untersuchungen, die keine signifikanten Trends beim Biodiversitätsverlust auf lokaler Ebene aufzeigen konnten. "Wir haben daher die Perspektive gewechselt und nicht gefragt, ob es mit der Zeit zu Veränderungen in der Artenvielfalt gekommen ist. Vielmehr wollten wir wissen, wie sich die Ähnlichkeit zwischen den Artengemeinschaften verändert hat", erklärt Henrique M. Pereira.


Während die ursprüngliche, natürliche Verbreitung der Schneckenarten die bekannten Ausbreitungsgrenzen widerspiegelt, ergibt sich für gebietsfremde Vertreter ein anderes Bild. Die Verbreitung der vom Menschen verschleppten Schnecken folgt ganz neuen Mustern und wird fast ausschließlich vom Klima bestimmt, wobei sich die Gemeinschaften an zwei biogeographischen Regionen ausrichten: den Tropen und gemäßigte Zonen.

Humboldt-Professur: Tiffany Knight verstärkt Biodiversitätsforschung

Foto: André Künzelmann/UFZ Foto: André Künzelmann/UFZ

Bei Deutschlands höchstdotiertem internationalen Forschungspreis, der Alexander von Humboldt-Professur, waren die Universität Halle und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) mit einer gemeinsamen Nominierung erfolgreich. Die US-Biologin Tiffany Knight von der Washington University in St. Louis wird künftig die Biodiversitätsforschung in Mitteldeutschland verstärken. Die Humboldt-Stiftung stellt dafür fünf Millionen Euro für fünf Jahre zur Verfügung.

 

Tiffany Knight wird an der MLU die neue Professur für „Spatial Interaction Ecology” etablieren. Parallel gehört sie dem Department Biozönoseforschung des UFZ an und wird Mitglied des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv).

„Dass wir mit der Humboldt-Professur die junge und exzellente Wissen­schaft­lerin Tiffany Knight für Halle gewinnen konnten, ist wichtig für die Weiterentwicklung des Forschungsschwerpunkts der Biodiversitäts­forschung“, so Prof. Helge Bruelheide, Co-Direktor des iDiv.

Simulierter Klimawandel

Prof. Dr. Ulrich Brose forscht und lehrt zur „Theorie der Biodiversitätswissenschaften“

Foto: Anne Günther/FSU Foto: Anne Günther/FSU

Der globale Klimawandel beschäftigt derzeit wieder einmal die große Politik: Vertreter aus 35 Staaten haben sich gerade in Berlin zum Petersberger Klimadialog getroffen, um den UN-Klimagipfel in Paris Ende des Jahres vorzubereiten, auf dem ein neues weltweites Klimaschutz­ab­kommen abgeschlossen werden soll. Ziel ist es, den Ausstoß von Treibhaus­gasen wie Kohlendioxid zu verringern, fossile Energieträger wie Kohle und Öl langfristig durch erneuerbare Energien zu ersetzen, um so die Erderwärmung zu bremsen.

Worum die Politiker aus aller Welt seit Jahren ringen, ist auch Forschungs­thema von Prof. Dr. Ulrich Brose von der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU): Der 45-Jährige untersucht die Folgen des Klimawandels für globale Ökosys­teme und wechselte dazu jüngst von der Uni Göttingen an die FSU. Sein Lehrstuhl „Theorie der Biodiversitäts­wissen­schaften“ ist im Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) der drei mitteldeutschen Univer­sitäten Leipzig, Halle-Wittenberg und Jena angesiedelt.

Erstes nationales Zentrum forscht für unsere Zukunft

In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Biodiversitätsforschung als aufstrebende Wissenschaftsdisziplin etabliert. Auch in Deutschland steht sie unter hohem Zeit- und Erwartungsdruck und benötigt dringend Investitionen. Das seit dem 1. Oktober 2012 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) soll sich zu einer internationalen Drehscheibe der Biodiversitätsforschung entwickeln.

 

Das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv)

  • bündelt Forschungsvorhaben über Ländergrenzen hinweg
  • vernetzt die weltweit besten Wissenschaftler
  • vereint Empiriker und Theoretiker vielfältiger Fachrichtungen
  • fokussiert Theoriebildung und Synthese (Synthesezentrum sDiv)
  • fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs (Graduiertenschule yDiv)
  • vermittelt die Bedeutung von Schutz und Erforschung der Biodiversität

Vier Kernfragen

Vier Kernfragen

iDiv, the German Centre for Integrative Biodiversity Research

Mit dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) soll in Mitteldeutschland eine Drehscheibe der internationalen Biodiversitätsforschung entstehen. Forschungsziel und Aufgabe ist die Förderung theoriebasierter Synthese und [...]
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Biodiversität erleben

iDiv möchte generationen-übergreifend über die Biodiversitätskrise und ihre möglichen Folgen aufklären, zum Nachdenken über soziales, politisches und gesellschaftliches Handeln im Zusammenhang mit Umwelt- und Naturschutz anregen und positive Veränderungen anstoßen. iDiv wird zukünftig eine Vielzahl an Informations-angeboten zur Biodiversitätswissenschaft entwickeln.

Nachhaltige Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen

Die intensive Nutzung von Land- und Wasserressourcen, Waldzerstörung und Klimawandel gefährdet akut weltweit eine Vielzahl der Lebensformen. Es wird immer deutlicher, dass wir Menschen uns damit auch eine eigene Lebensgrundlage entziehen. In den nächsten 200 Jahren könnte etwa die Hälfte aller Arten an Land und im Wasser aussterben. Da nur zehn Prozent von ihnen überhaupt bekannt sind, könnten neun von zehn Organismen unentdeckt von der Erde verschwinden. Um dem drastischen Artensterben und dessen Folgen entgegen zu wirken, brauchen wir weitere nachhaltige Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen. iDiv hat sich den Schutz der Biodiversität zum Ziel gesetzt.

New publication by sDiv researchers in Global Ecology and Biogeography & PNAS

Finally! Marten Winter co-authored a paper in GEB about Darwin's naturalization hypothesis.
AND he was also involved in a Reply to a paper in PNAS.

Kontakt

Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

 

Deutscher Platz 5e

04103 Leipzig

 

Tel: +49 341 9733105

E-Mail: info@idiv.de